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Wie man merkt, dass man sich verliebt hat
@ 2009-11-08 – 12:15:11
Verliebtheit merkt man bekanntlich nicht so leicht wie Verknalltheit. Verknalltheit fällt mit der Tür ins Haus, ist knallbunt, aufdringlich und von keinem zu übersehen. Verknallte Menschen geben meist ein eher peinliches Bild ab und sind auch sonst für ihre Umgebung eine Last.
Ganz anders verhält es sich da mit verliebten Leuten. Sie strahlen eine beinahe mystische Sanftmut aus, die auf sensible Gemüter ansteckend wirken kann. Die Gesellschaft verliebter Leute ist der veknallter allemal vorzuziehen. Noch besser als die Gesellschaft Verliebter ist aber, selbst der / die Verliebte zu sein. Wie merke ich aber nun, dass ich im Begriff bin mich zu verlieben? Anhand eines Beispiels möchte ich das hier kurz skizzieren.
Anfangs des sich Verliebens merkt erst mal gar nix. Man wundert sich nur, warum man morgens pfeifend zur Arbeit marschiert, wo man doch sonst eher gebeugten Hauptes die Schuhspitzen betrachtet hatte. Man fühlt sich besonders wohl, wenn eine bestimmte Person mit im Raum ist. Irgendwie scheint auch das Licht heller zu werden, wenn selbige den Raum betritt. Man schielt, ist die Person mal nicht im Zimmer, dauernd auf die Tür und fragt sich: „Warum schiele ich denn dauernd auf die Tür?“ Wenn durch diese dann besagter Mensch schreitet, wird nicht nur das Licht heller, sonder auch der Magen kribbelig und man kann irgendwie nicht aufhören sie / ihn anzuschauen, so dass die Tür fast eifersüchtig werden könnte. Oft passiert einem das mit Menschen, die man anfangs gar nicht als Idealbild reinster Schönheit aufgefasst hatte. Wie man sich doch irren kann.
Irgendwann kann man die Anzeichen nicht mehr ignorieren und muss sich eingestehen, dass man den Anderen wohl mehr mag, als gedacht. Hatte man anfangs beim Gedanken an sie / ihn noch lächelnd einschlafen können, so verhält es sich jetzt gegenteilig. Man wälzt sich bis in die Puppen im Bett herum und grübelt darüber nach, ob sie / er wohl auch grad sich im Bett rumwälzt und grübelt. Wie kann man ihr / ihm auf unpeinliche Art sagen, wie es einem geht? Nichts würde man lieber, als dem Anderen sein Herz ausschütten. Das Risiko, ausgelacht oder sonstwie einen Korb zu bekommen, scheint einem aber so übermäßig hoch, dass man schließlich resignierend darüber einschläft und nach bleiernem Schlaf morgens ins Büro schlurft – jetzt nicht mehr pfeifend. Nun merkt aber die andere Person, dass es einem schlecht zu gehen scheint, kommt sofort auf einen zu und fragt mit dermaßen ehrlicher Besorgnis nach dem Grund, dass man einfach nicht mehr umhin kann, sie / ihn sofort zu küssen, was auf beiden Seiten der Lippen zu unglaublicher Erleichterung und Glück führt.
Ja, genau so merkt man, dass man sich verliebt hat.
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Nur so 'ne Idee
@ 2009-11-04 – 19:41:53
Möglicherweise liegt die Wissenschaft ja völlig falsch und der Affe stammt vom Menschen ab.
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Von Kartoffeln und Frauen
@ 2009-10-31 – 15:35:48
Der liebe Gott hat sich beim Erfinden der Lebensmittel echt Mühe gemacht. Wenn der liebe Gott was erfindet, dann heißt das Schöpfung. Ich finde ganz besonders gut hat er die Kartoffel geschöpft.
Vorab sollte gesagt sein, dass ihm der Charakter der Kartoffel vortrefflich gelungen ist. Sie kommt ja eher bieder und unscheinbar daher, aber mal losgelassen, gibt es kein Halten mehr. Understatement pur. Sehr sympathisch, diese Kartoffel. Kein Vergleich zum knalligen Auftritt von rote Beete oder Tomate, dem in der Regel nur Enttäuschendes folgt. Die Kartoffel hält sich bedeckt, bis sie nach ihrer Zubereitung zu glänzen weiß. Hier die Reihenfolge meiner Lieblingskartoffelaggregatzustände:
Platz 1) Kartoffelsalat (von meiner Mutter gemacht)
Platz 2) Pommes (nicht alle – muss auch gekonnt sein)
Platz 3 Bratkartoffeln (manchmal auch auf Platz 2)
Platz 4) Salzkartoffeln
Platz 5) Pellkartoffeln (beim Grillen auf Platz 3)
Platz 6) Kartoffelbrei (frisch gemacht auf Platz 1!)
Platz 7) Kartoffelgratin
Platz 8) Kartoffelpuffer (mit Apfelmus auf Platz 4)Dies musste ich folgender Geschichte voran stellen, da diese sonst unverständlich. Als mich meine damalige Freundin mal fragte, mit welcher Frucht ich sie denn vergleichen würde, sagte ich: „Du bist für mich die Kartoffel unter den Frauen.“ Das gute an meiner Freundin war, dass sie a) lachen musste, b) nicht böse war, weil sie c) mich in- und auswendig kannte und somit gleich wusste, was für ein schönes Kompliment ich ihr da machte. Sie bezweifelte nur, dass Kartoffeln Früchte sind, was mir aber Wurscht war.
Ihr einziger Unterschied zur Kartoffel war, dass sie viel besser aussah. Das sagte ich ihr aber lieber nicht. Frauen werden so schnell eitel und dann ist es aus mit der schönen Kartoffeligkeit.
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Gesetzt den Fall
@ 2009-10-23 – 14:09:35
Gesetzt den Fall, ich wäre einer von den bedauernswerten Menschen, die zwanghaft mit sich selbst im Gespräch durch die Straßen gehen müssen, dann wäre ich froh über die Erfindung der Freisprecheinrichtung, da ich nun in der Masse der mit anderen Unsichtbaren lauthals redenden Menschen gar nicht mehr auffallen würde.
Und gesetzt den Fall, ich hätte mir keinen Textanfang mit "Gesetzt den Fall" erdacht, dann hätte ich bei der Internetrecherche über die korrekte Schreibweise von "gesetzt den Fall" nicht folgendes Aperçu entdeckt:
"Gesetzt den Fall, ein Mann brächte seine beiden Eltern um: Könnte er auf mildernde Umstände plädieren, da er ja eine elternlose Waise ist?"
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Heute war ein Strafzettel im Briefkasten
@ 2009-10-15 – 18:41:03
"Meine Politikerverdrossenheit wird von meiner Politessenverdrossenheit um Längen geschlagen!"







